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Worauf Gipfelstürmer voll abfahren

Skitour heißt das Zauberwort, das Naturerlebnis und Abenteuer zugleich verspricht. Immer mehr tauschen lange Liftschlangen und überfüllte Pisten gegen märchenhafte Winterlandschaften, einsame Täler, verschneite Gipfel, unberührte Hänge und unvergessliche Tiefschneeabfahrten. Wir haben für DICH zusammengefasst, welche Ausrüstung du für deine Skitour auf jeden Fall vorbereiten solltest.

 

Wenn KEIN Weg das Ziel ist...

... liegt es nahe, dass man sich umso mehr auf eine perfekte Vorbereitung und das optimale Equipment verlassen muss. Bei keinem anderen Wintersport ist die Natur so unmittelbar zu spüren als beim Tourengehen. Gerade für Einsteiger gilt es da, einige Dinge zu beachten. Dem Reiz, durch stille Landschaften gleichmäßg aufzusteigen und danach rauschende Abfahrten im unverspurten Pulverschnee oder carvend auf gleißendem Firn zu erleben, erliegen immer mehr Wintersportler. Dieser so intensive Kontakt mit der unberührten Natur und vor allem auch dem Wetter stellt hohe Ansprüche an die Ausrüstung von Skitourengehern, um das Erlebnis wirklich voll auskosten zu können.
 

Sicherheit geht vor!

Man kann es gar nicht oft genug sagen, und darum sagen wir es gleich zu Beginn: Wenn man sich ins freie Gelände abseits gesicherter Pisten begibt, muss das Thema Sicherheit die Hauptrolle spielen! Zum einen, weil Rettungsteams im Fall des Falles länger brauchen, um zur Unfallstelle zu kommen. Zum anderen, weil die Lawinengefahr einfach immer latent gegeben ist. Daher sind die wichtigsten Fixstarter im Skitour-Equipment Helm, Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Lawinenschaufel, Lawinensonde, Safety-Set, Erste-Hilfe-Set und Biwaksack – und das alles am besten in einem Rucksack mit Lawinen-Airbag! Ein Tipp: Für Einsteiger halten die Hersteller auch eigens zusammengestellte Sets bereit.

Schutz und Bewegungsfreiheit beim Skitouren-Outfit

Neben geringem Gewicht sind Isolation, Schutz und Bewegungsfreiheit die primären Anforderungen an ein skitourengerechtes Outfit. Schließlich geht es darum, sich bei einem schweißtreibenden Aufstieg genauso wohl und komfortabel zu fühlen wie auf einer rasanten Powder-Abfahrt, wo einem Wind und Schnee ganz schön um die Ohren wehen können. Die Auswahl ist dabei genauso riesig, wie das Kälte- bzw. Wärmeempfinden der Skitourengeher unterschiedlich ist. Die beste Skitourenbekleidung passt immer optimal zum Skitourengeher und zum Anspruch der Touren. Vor der Auswahl steht daher die Frage: Was erwarte ich von meiner idealen Tourenhose? Für welche Touren (Dauer, Höhe, Witterung) möchte ich sie nutzen und was soll sie in Sachen Ausstattung unbedingt mitbringen?

Bei deinem SPORT 2000 Partner kommst du in Sachen Ausrüstung voll auf deine Kosten. Allgemein wird auch er dir wohl das Zwiebelprinzip empfehlen – logisch, wenn man sowohl Überhitzung beim Aufstieg als auch der Kälte bei der Abfahrt vorbeugen will. So kann man Schicht um Schicht aus- oder anziehen und sich den wechselnden Temperaturen anpassen. Unübertroffen in ihrer klimaregulierenden Wirkung ist beispielsweise Wolle. Viele Bekleidungshersteller verwenden daher das Naturmaterial in ihren Produkten. Und das aus gutem Grund! Wolle kann bis zu 30 % ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und ableiten, ohne dass sie sich nass anfühlt. Das sorgt für ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut. Und dank ihrer antibakteriellen Eigenschaft wirkt Wolle auch noch geruchsneutralisierend. Gerade für die direkt auf der Haut getragene Funktionsunterwäsche als erste Schicht also das ideale Material. Aber auch als Innenleben bei Tourenjacken und -hosen immer eine gute Wahl. Natürlich kommen beim Zwiebelprinzip auch technologisch perfektionierte Materialien zum Einsatz, um die Anforderungen in puncto Atmungsaktivität, Wasser- und Winddichtheit erfüllen zu können. Spezielle Membranen und Beschichtungen sorgen bei der äußersten Bekleidungsschicht für den nötigen Schutz. Sowohl bei den Bekleidungsstücken in der Zwischenlage als auch jenen der äußersten Lage haben vielfach elastische Einsätze an Kapuze und Ärmelabschlüssen bzw. flexible Mesh-Einsätze, die für mehr Bewegungsfreiheit und Tragekomfort sorgen. Bei den Hosen haben sich gerade für die anstrengenderen Aufstiege Belüftungsreißverschlüsse bewährt. Was auf jeden Fall auch noch zum Equipment gehört, sind passende Handschuhe, eine Mütze, Funktionssocken, Gamaschen (sofern die Hose nicht schon über welche verfügt) und eine Sonnen- bzw. Gletscherbrille.

Welches Material an den Füßen?

Genauso wie beim Alpin-Skifahren braucht es auch hier das perfekt aufeinander abgestimmte Trio aus Tourenski, Tourenbindung und Tourenschuh. Alle drei sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und wurden explizit dafür entwickelt, sowohl beim Aufstieg als auch bei der Abfahrt ein Maximum an Komfort und Spaß zu vermitteln.

Aufstieg oder Abstieg: Der Einsatzzweck bestimmt den Ski
Bei den Skiern gibt es je nach Einsatzzweck aufstiegsorientierte und eher abfahrtsorientierte Modelle, letztere zugunsten von mehr Laufruhe und Stabilität speziell auf Powder, Bruchharsch und anderen veränderten Schneearten etwas schwerer. Was aber generell für Tourenski gilt, ist, dass sie nicht zu kurz sein sollten. Ein kurzer Schnee bietet zwar mehr Wendigkeit, hat aber im Neuschnee weniger Auftrieb und taucht im Bruchharsch schneller ab. Als Faustregel für Allroundtourer gilt Körpergröße minus zehn Zentimeter.

Die richtige Bindung finden
Bei der Bindung muss die Ferse für Aufstieg vertikal beweglich bleiben, der Schuh wird also nur mit der Spitze fixiert. Das ermöglicht ein bequemes Steigen. Generell unterscheidet man Plattenbindungen, bei denen die ganze Bindung mit dem Fersenteil um die Schuhspitze vertikal beweglich ist, und Pinbindungen, bei denen nur der Schuh beweglich und das Fersenteil am Ski fixiert ist. Bei der Entscheidung zählt vor allem, dass man mit dem Handling zurecht kommt, sich wohl fühlt und der Sicherheitsaspekt passt.

Der Schuh? Im Zweifel eine Nummer kleiner!
Bei den Schuhen wird wie bei den Skiern auch zwischen eher aufstiegsorientierten und eher abfahrtsorientierten Modellen unterschieden. Worauf es wirklich ankommt, ist zum einen das Gewicht. Während ein Allmountain-Skischuh gerne mal über zwei Kilogramm wiegen kann, liegen Tourenschuhe meist bei rund 1.500 Gramm oder sogar darunter. Neben dem Gewicht geht es natürlich erste recht um die perfekte Passform. Denn nichts kann einem die Skitour so vermiesen, wie ein drückender, schmerzender Schuh. Worauf man beim Kauf achten sollte, ist die Schaftrotation, die für die Beweglichkeit des Schuhs nach vorne und hinten sorgt. Je höher der Wert, desto größer die Beweglichkeit. Und dann sollte man sich zum Probieren ausreichend Zeit nehmen, denn Tourenskischuhe weiten sich beim Tragen minimal aus. Wir raten daher dazu, die Schuhe im Zweifel lieber etwas kleiner zu wählen und beim Anprobieren möglichst 20 Minuten oder sogar länger zu tragen – übrigens mit den gleichen Socken, die später bei der Tour zum Einsatz kommen sollen! Ob der Schuh tatsächlich perfekt sitzt, verraten zwei kleine Tests: Im aufrechten Stand sollten die Zehen ganz leicht vorne den Innenschuh berühren. In der Hocke/Kniebeuge sollten die Zehen keinen Kontakt mehr mit dem vorderen Schuhteil haben.

Stöcke, die Halt und Stabilität bieten
Die richtigen Stöcke sind bei einer Skitour ein essentielles Teil deiner Ausrüstung. Alpin-Skistöcke oder Stöcke, wie sie im Sommer beim Wandern verwendet werden, reichen hier nicht. Die Skitourenstöcke helfen dabei, dass man alle vier Gliedmaßen zum Einsatz bringt. Sie unterstützen bei jeder Bewegung die Stabilität und das Balancegefühl, helfen beim Traversieren, beim Kanteneinsatz, auf stumpfem Schnee und bringen den Tourengeher voran. Dafür müssen sie stabil, aber auch leicht, in der Länge verstellbar und in ihrer Gewichtsverteilung ausgewogen sein. In etwa sollten sie rund zehn Zentimeter länger als Alpinstöcke sein, die Einstellung variiert aber wahrscheinlich je nach Tour bzw. Tourabschnitt. Gefragt sind außerdem ein großer Teller und eine krallenförmige Spitze. So hat der Stock im tiefen Schnee genug Auftrieb und bietet auch bei felsigem Untergrund guten Halt.

Ohne Felle kein Aufstieg
Skitourenfelle, die an der Unterseite der Tourenski angebracht werden, machen den Anstieg erst möglich. Diese müssen einerseits gut gleiten, um einen angenehmen und nicht zu kräfteraubenden Aufstieg zu ermöglichen. Andererseits ist der Grip extrem wichtig, um nicht andauernd wieder nach hinten abzurutschen. Dabei kann das so genannte Anstollen, also das Anhaften des Schnees an den Fellen, das Vorwärtskommen deutlich erschweren, speziell wenn man bei Plustemperaturen und feuchtem Schnee losgeht, mit zunehmender Höhe die Temperatur sinkt und der dann kalte Pulverschnee am feuchten Fell anhaftet. Das lässt sich allerdings mit einigen Tricks vermeiden: Imprägnieren der Felle, Fellpflegespray, Ski wachsen, Felle trocken halten.

Möchtest du vorab das richtige Material testen? Bei vielen SPORT 2000 rent Verleihshops findest du nicht nur eine große Auswahl an unterschiedlichsten Tourenski-Sets, sondern erhältst alle notwendigen Tipps, damit Aufstieg und Abfahrt der vollste Genuss werden!