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Bikepacking heißt der neue Radurlaub

Tipps für die Reise mit dem Multi-Travel-Bike 

Radurlaub war gestern, Bikepacking ist heute. Dein Rad, ein paar Sachen und zack startet dein Abenteuer. Diese Art von Urlaub, bei dem (so gut wie) die ganze Strecke mit dem Rad zurückgelegt wird, man sich selbst versorgt, campt und überwiegend im Gelände unterwegs ist, liegt schwerstens im Trend. Man strampelt durch unbekannte Gegenden, saugt die neuen Eindrücke auf und „erarbeitet” sich sein Urlaubserlebnis komplett aus eigener Kraft. Ein Auszeitgenuss, der einen nicht nur mit gestählten Muskeln, sondern auch stolz und voll von unvergesslichen Momenten heimkehren lässt. Und der einen mit seinen Bike-Partnern viel intensiver zusammenschweißt als ein herkömmlicher Urlaub, bei dem Radausflüge nur ein netter Zeitvertreib für zwischendurch sind. Damit diese romantische Vorstellung auch Realität wird, sind ein paar Dinge zu beachten.

 

Bikepacking: doch wie und womit?

Wenn man sich in Biker-Kreisen so umhört, hat man das Gefühl, rund ums Thema Bikepacking herrscht momentan ein regelrechter Hype. Der Reiz daran ist, mit minimalem Gepäck auf maximal spannenden Trails das Land zu durchstreifen. Da die meisten dabei auch heiß auf anspruchsvolle Geländeabschnitte sind, wird das Graveln immer attraktiver und die herkömmliche Radreise auf ausschließlich asphaltierten Straßen tritt in den Hintergrund. Ergo braucht es bikepacking-taugliche Räder, die einige Ansprüche erfüllen müssen: sportlich, geländegängig und selbst auf langen Strecken bequem sollen sie sein. Vielleicht planst du ja am Wochenende gerne Tagesausflüge mit wenig Gepäck und für die Sommerferien einen mehrwöchigen Trip, in dem unterschiedlichster Untergrund auf dich zukommen wird. Am besten ist es da natürlich, wenn du ein Multi-Travel-Bike im Keller geparkt hast und nicht für jede Aktivität ein eigenes Rad anschaffen musst. Die Radreiseanalyse 2020 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ergab, dass aktuell circa 47 Prozent aller Ausflugs-Biker mit dem Citybike, 27 Prozent mit dem Tourenrad und 26 Prozent mit dem sportlichen MTB unterwegs sind. Von jenen Reisenden, die mit mehr als drei Übernachtungen unterwegs sind, die also schon als „echte” Bikepacker gelten, setzen 44 Prozent auf eine Form von Trekkingrad, 43 Prozent auf ein City-Bike und bloß 13 Prozent aufs Mountainbike.

Minimalismus als Teil der Idee

„Light and fast” ist im Alpinismus ja seit Langem ein ungeschriebenes Gesetz und zusehends ist auch im Leben vieler Menschen ein gewisser Minimalismus, also das Auskommen mit dem Nötigsten, ein hehres Ziel. Diese Ideen finden nun verstärkt auch ins Reisen mit dem Rad Eingang. Wenig Gepäck, penibel reduzierte und mehrfach einsetzbare Ausrüstung sind die Konsequenz. Das Biken als Schule fürs Leben und umgekehrt – ein schöner Gedanke eigentlich! Der gesunde Nebeneffekt dieses Trends: Nach einem Bikepacking-Urlaub schwingen sich die Menschen auch auf ihren Alltagswegen öfter auf den Sattel, so eine der Erkenntnisse aus der Radreisestudie 2020.

 

Tipps für die Planung

Meist ist man nicht alleine, sondern mit einem oder mehreren Partnern auf dem Weg. Kondition, Urlaubsansprüche und Vorstellungen von einem Bikepacking-Trip unterscheiden sich eventuell erheblich. Daher tut man sich selbst einen Gefallen damit, vorab manch Grundsätzliches zu klären:

  • Zweck der Reise: Eher genüssliches Cruisen und Landschaft-Aufsaugen oder viele Kilometer auf die Habenseite bringen?
  • Streckenlänge und Fahrtempo: Was ist für alle in der Gruppe ein realistisches Ziel? Richtwerte: Für Einsteiger mit mäßiger Kondition sind Tagesetappen von 35 km bis 50 km bei gemütlichem Tempo realistisch und genügend Pausen essenziell. Mittelmäßig fitte Biker schaffen zwischen 50 km und 80 km bei circa zwölf bis 15 km/h. Gut Trainierte legen schon mal 70 km oder mehr zurück.
  • Übernachtung: Zelte dabei oder Unterkünfte vorab reservieren? Im Fall, dass du deine Behausung selbst mitbringst (was „echte” Bikepacker eigentlich machen): Es empfehlen sich aufgrund von Gewicht und Packmaß ein Ultraleicht-Zelt und eine aufblasbare Isomatte anstelle der „guten alten” Variante aus Schaumstoff. 
  • Fahrrad-Arten: Kommt eh nicht einer auf die Idee, sein Rennrad zu zücken, während alle anderen auf dem MTB sitzen?
  • Ausstattung & Werkzeuge: Sind alle Räder tiptop gewartet? Braucht es Neuanschaffungen? Ans Reparatur-Kit (Multitool und Flick-Set), Pumpe und Erste-Hilfe-Set gedacht?
  • An die STVO denken: Darauf achten, dass alle Erfordernisse der Straßenverkehrsordnung wie etwa eine zugelassene Fahrradbeleuchtung erfüllt sind. 
  • Gepäck: Wichtig ist es, den Großteil davon direkt am Fahrrad zu befestigen und nicht im Rucksack zu schleppen. In die Lenkertasche sollten höchstens zwei Kilo gepackt werden, auf den Gepäckträger zwölf bis 15 Kilo (verteilt auf zwei Seiten). Für ein Zelt sind extra Taschen am Vorderrad empfehlenswert. Wasserdichte Überzüge oder wasserdichte Packsäcke sowie Rahmen- und Satteltaschen sind nötig, um für Regenfälle gerüstet zu sein – vonseiten der Hersteller gibt es hier mittlerweile ein ausdifferenziertes Angebot.
  • Fernreisen: Eine der reizvollsten Bikepacking-Varianten ist es wohl, ferne Länder auf dem Rad zu erkunden – sei es der bei Europäern beliebte Mittelmeerraum, Skandinavien oder auch das richtig weit entfernte Kanada. Wichtig ist, sich in so einem Fall ausreichend Gedanken über den Transport des eigenen Rads oder gegebenenfalls über Leihmöglichkeiten in der Zieldestination zu machen.

Kick-Off-Tipp für Bikepacking-Beginner

Bevor du dich ans richtig große Abenteuer heran wagst, lerne erst mal dich und deinen Ausrüstungsbedarf gut kennen. Dafür eignen sich etwa Zweitagestouren, bei denen du rasch merkst, ob dir etwas Bestimmtes fehlt und du etwas anderes als überflüssig empfindest. Für deine ersten Bikepacking-Touren sind solide ausgebauteFernwanderwege ein heißer Tipp, zumal du dich auf diesen stets nahe an der Zivilisation bewegst und die Navigationnicht überfordernd ist. Die Streckendistanzen und Abgeschiedenheit deiner Routen kannst du nach und nach erhöhen, wenn du merkst, dass du bei dem ganzen „Drumherum” eine gewisse Routine erlangst. Gönn dir außerdem für deine ersten Bikepacking-Ausritte gutes Wetter. Keine Sorge, du wirst früh genug mit widrigen Bedingungen in Berührung kommen, das muss nicht gleich am Anfang der Fall sein. Da konzentrierst du dich besser auf das Finden deines persönlich passenden Setups. 

Routentipps

  • Bikepacking-Routen für Europa sind beispielsweise auf der Seite bikepacking.com/locations/europe/ gesammelt
  • Apps für die (GPS-)Planung: z. B. Komoot (radspezifische Berechnungsalgorithmen für Rennrad, MTB usw.), Strava

Produkt-Tipps


Vaude


Trailpack – Fahrradrucksack

Der Trailpack eignet sich perfekt für Bikepacking oder Abenteuer-Camping. Er besteht aus einem komfortablen Rucksack-Tragesystem, in das ein wasserdichter Packsack mit 28 Liter Volumen eingesetzt wird, und kommt mit Seitentaschen, Hüftgurttasche und mit einem formgebenden Körper aus Plane daher.

Trailframe – Rahmentasche

Die wasserdicht verschweißte Rahmentasche aus PVC-freiem Planenmaterial mit acht Liter Volumen eignet sich durch ihren niedrig gelegenen Schwerpunkt hervorragend für schwere Gepäckstücke wie Werkzeug, Campingkocher oder Proviant. Praktisches Feature: Die unteren zwei Befestigungsriemen können entfernt werden, wodurch der Packsack in der Länge verstellbar wird und auch an Bikes mit Hinterradfederung angebracht werden kann.

 

Löffler


Bike Light Hybrid Jacket 

Die superleichte Hybrid-Bikejacke mit geringem Packmaß findet Platz in jeder Trikottasche und ist bei Bedarf schnell zur Hand. Windshell-Material im Front- und Schulterbereich verhindert ein rasches Auskühlen des Körpers. Kombiniert mit atmungsaktivem Race Elastic und elastischem Bundabschluss mit Silikongrippern macht die Jacke alle Bewegungen mit, ohne dabei einzuengen.

Bike Shorts Pace Assl

Die neuen Bike Shorts zeichnen sich vor allem durch ihre Leichtigkeit aus. Die Hose sitzt dank optimal gewählter Beinlänge und -weite sowie zweibahniger Bundweitenverstellung perfekt. Das neue Active-Stretch-Superlite-Material mit gewebter Innenstruktur garantiert Top-Klimamanagement bei jeder Bike-Tour. Plus vollwertige Radinnenhose mit Sitzpolster Comfort Elastic.

Thule


Thule Shield Panniers (13 l oder 25 l Pair)

Der zuverlässige Schutz und die einfache Befestigung von Thule Shield Packtaschen sorgen dafür, dass du und deine Ausrüstung euer Ziel unter allen Bedingungen erreichen – sei es der Arbeitsplatz oder der nächste Camping-Spot beim Bikepacking. Plus: Shield Panniers aus wetterfestem Design und Reflektoren für bessere Sichtbarkeit.

Thule Tour Rack

Patentierter Gepäckträger, der bei den meisten Fahrradtypen, vom Mountainbike mit Vollfederung bis hin zum Alltags- und Straßenrennrad, vorne oder hinten angebracht werden kann. Gummibeschichtete Klemmen sorgen für sicheren Halt des Tour Racks auch bei schweren Lasten, verhindern ein Abrutschen und schützen den Fahrradrahmen.

Thule Shield Seat Bag

Unter dem Sattel angebrachte Taschen mit Rollverschluss oben in wasserdichter Ausführung sorgen für Ordnung bei deinen Werkzeugen und halten sie trocken. Die Thule Shield Seat Bag bietet einen schnellen Zugriff auf deine Ausrüstung.

Thule Shield Handlebar Bag

Mit dieser kompakten, wasserdichten Tasche haben Radfahrer wichtige Dinge stets griffbereit, wenn sie auf Tour sind. Gewährleistet gute Sichtbarkeit deines Smartphones und deiner Karte und hält beides in der durchsichtigen Karten- bzw. Telefontasche trocken. Schneller Zugriff auf Snacks oder Gegenstände in den Seitentaschen.

 

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